Eindrücke von der AAA-Messe in Krefeld

Wir haben die Chance genutzt, die Ohm Walsh Systeme einem breiten Publikum vorzuführen, was für uns ein gewaltiger Kraftakt war. Die Investition und Planung sind eines, richtig spannend wird es, wenn es an die Umsetzung geht: Die Geräte sicher zu transportieren, und innerhalb kurzer Zeit ohne Netz und doppelten Boden zum Klingen zu bringen. 

Und was passiert wenn ein Protagonist krank wird, bekommen wir rechtzeitig Hilfe, von jemandem, der diese exklusiven Lautsprecher kennt und erklären kann?

Dank der Unterstützung von Hartmut Perner war es uns möglich sowohl die 2000er als auch die 5000 mit zwei verschiedenen Anlagen parallel, und damit ohne Umbaupausen, vorzuführen.

Reinhard Pohl, Inhaber des Klangstudio Pohl in Mainz, stellte freundlicherweise einen anerkannten Traumplattendreher hinzu: Den Linn LP 12 Akurate in der Ausführung mit Trampolin 2, Motorsteuerung Lingo 3, Tonarm Akito 2b und dem MC-Tonabnehmer Klyde.

Als Vorverstärker für die erste Anlage (A) nutzten wir unseren Klassiker Nakamichi CA 7, Mitte der 80er gebaut. Das Phonoteil und die Verstärkerstufen von Nelson Pass designed im Dual Mono Class A Aufbau braucht sich auch heute nicht zu verstecken, an der Mechanik erkennt man, dass der Nakamichi für die Ewigkeit gebaut wurde. Hartmuts MOS FET Doppel Mono Endstufen mit mehr als 80000µF Kapazität pro Kanal sorgten für ausreichend Antrieb.

Im Nebenraum, etwas abgelegen, direkt neben den HiFi Klassikern, hatten wir die zweite Anlage (B) aufgebaut, bestehend aus einem Dual 704 mit Shure V 15 III, dem kleinen Bruder des Nakamichi, CA 5, und den GroundSound Endstufen, unserer Arbeitsreferenz. Über Tape Monitor war die Intelligente Steuereinheit der 5000 einschleifbar. Natürlich bildeten die Pufferverstärker der Tape Monitorschaltung und die zusätzlich benötigten NF-Kabel eine weitere potentiale Gefahrenquelle für HiEnd Klang. Ab 18:00 durfte auch digital vorgeführt werden, dafür war ein Rega Apollo, mit Cambridge Wandler zuständig.

Nun waren beide Ketten im Vergleich zu den sonst auf der Messe vorgestellten, doch eher niedrigpreisig. Um das Ganze wirklich spannend zu machen, wurde die 5000er im ruhig gelegenen Nebenraum mit der kleineren Kette B angesteuert, während wir der 2000er die Kette A mit dem viel höherwertigen Plattenspieler und Vorverstärker gönnten.

So waren wir wirklich gespannt, zum einen ob überhaupt Besucher ihren Weg zu uns finden würden, und zum anderen auf ihre Reaktionen.

Was soll ich sagen: Noch nie habe ich in so kurze Zeit so viel positive Reaktionen und Feedback erlebt, selbst von alten Hasen der Branche.

Samstags hatten wir noch mit einer zu starken Basseinstellung bei der 2000er (beide Lautsprecher waren für die Räume mit je 15 qm Hörfläche zu gross) und bei der 5000er Kette mit vertauschten Kanälen zu kämpfen. Sonntags liefen beide Anlagen rund. Das meistgehörte Wort war „endlich entspannt Musik hören, und das schon bei leiser und in normaler Lautstärke.“ Gesang von Amanda Brown über den Dual kam anrührend und authentisch, Rhythmus konnte man bei Oscar Petersons „We get requests“ erleben, Huwe Lewis rockte live, und bei Fleetwood Mac`s Chain liessen wir es krachen. Klassikfans kamen mit Otto Brauns Einspielung von Mozarts Klavierkonzert A-Dur KV 414 auf Ihre Kosten.

Viele Leute kamen mehrfach vorbei. Die meisten Besucher hatten noch nie Rundumstrahler gehört, und gingen davon aus, dass es sich hier um ein Mehrwegsysteme mit vielen kleinen Breitbändern und integriertem Subwoofer handelt. So durften wir vielen die Historie der Ohm Walsh Systeme erläutern, und anregende Gespräche führen.

Für grosses „Hallo“ sorgte auch der Dual 704, den viele noch von früher kannten, und dem niemand diesen Klang zutraute. Mehrfach wurde ich gefragt, welche Tuningmassnahmen ich ihm angedeihen liess, bzw. wie der Tonabnehmer modifiziert worden war. Nichts davon-der Dual war in Originalzustand, genau wie das Shure V 15 III, natürlich mit erneuerte Nadel.

Analog Forum Krefeld 2011

Manche Besucher, von einem langen Rundgang erschöpft zurückkommend, genossen hier einfach nochmals Musik. „Frei und luftig, entspannt, jeden Cent Wert“ waren die häufigsten Kommentare. Die meisten Besucher waren erstaunt, wie unabhängig vom Hörplatz sich der Klang entfaltet, ganz anders wie bei typischen Vorführungen, wo Räumlichkeit sich bestenfalls an einem Hörplatz finden lässt. Schwer zu beschreiben, aber einfach zu erleben, und ein Eindruck, den man sicher nicht vergisst. So war es auch gar kein Problem, dass wir nur 6 Plätze zum Hören hatten: Auch im Stehen und neben den Stühlen konnte man die gute Raumabbildung erfahren, ohne grössere tonale Abweichungen vom Logenplatz.

Von mehreren Besuchern wurde uns gesagt, dass wir das Highlight der Messe seien-was uns natürlich stolz macht! Auf solche Reaktionen hatte ich nicht zu hoffen gewagt, in Anbetracht der technologisch ausgeklügelten, materialaufwändigen und teuren Anwendungen, die in den anderen Vorführräumen zu hören waren.

Endgültig abgerundet wurde die Veranstaltung für mich durch den Überraschungsbesuch des früheren Besitzers des Dual, auch ein alter Ohm F Freund, der nun selbst nicht mehr so genau wusste, weshalb er seinen Dual eigentlich hergegeben hatte. Zumindest war er sich nun sicher, ihn in guten Händen zu wissen-:))

Jetzt fragen Sie sich bestimmt, ob ich glaube, dass wir den besten Klang der Messe hatten? Oder gar den besten Lautsprecher? Meine ehrliche Antwort, zu dieser Frage wie immer: Das ist reine Geschmacksache, es muss Ihnen daheim gefallen!

Nach dem Feedback, dass ich hier erhalten haben, gehe ich davon aus, dass die Chancen dazu gut stehen.

Und was war jetzt eigentlich mein persönliches Highlight? Die anregenden Gespräche, die tolle Zusammenarbeit mit Hartmut Perner, und -als Musikerlebnis-, endlich einmal eine JBL Paragon hören zu dürfen, das hatte ich mir schon lange gewünscht, und nun ist der Traum in Erfüllung gegangen.

Vielen Dank an alle, die mitgewirkt haben, dieses event zur Realität werden zu lassen, insbesondere an Hartmut Perner und Immanuel Henne, und meine Frau, die ein verlängertes Wochenende allein verbringen „durfte“, und natürlich an Ohm und Lincoln Walsh, denen wir diese Ausnahmelautsprecher verdanken.