Federleichter Klang

Hervorgehoben

Glücklich, wer über ein eigenes Musikzimmer verfügt, und dazu noch über das Fachwissen, Lautsprecher selbst bauen zu können. Man teilt sein Hobby mit Gleichgesinnten und kann in Ruhe die verschiedensten Prinzipen und Kombinationen ausprobieren. Warum das alles? Zum einen, weil einigermassen bezahlbare Fertiglautsprecher meist einfach nicht den eigenen hohen Ansprüchen genügen. Und zum Zweiten natürlich weil man etwas Individuelles und eben keine Massenware besitzen möchte. Mit der richtigen Mischung aus modernen Mitteln und klassischer Technologie kann man klangliche Welten erleben, die viel teureren Industriekonstruktionen überlegen sind.

Mit der richtigen Mischung aus modernen Mitteln und klassischer Technologie kann man klangliche Welten erleben, die viel teureren Industriekonstruktionen überlegen sind.

Auf diesem Weg gelangte ein Musikliebhaber zu einer aktiven Kombination aus berühmten englischen Elektrostaten, 120 W Röhrenverstärker und Dipolsubwoofer. Vorverstärker, Digital/Analog-Wandler und Audio-SW -allesamt aus dem Studiobereich- sorgen für hochauflösenden federleichten und unverfärbten Klang.

Für die meisten Musikliebhaber hätte damit die Suche nach dem besten Klang ein Ende.
Doch Elektrostaten verhalten sich oft wie Diven. Der Klang kann tasächlich vom Wetter abhängen. Das Dipolprinzip erfordert exakte Ausrichtung der Lautsprecher auf einen Punkt. Beim Musikhören ist dann auch Stillsitzen angesagt. Mit einer zusätzlichen Tieftonabteilung wirkt die Wiedergabe oft nicht aus einem Guss und ohne wirken Elektrostaten meist zu kraftlos. Also Grund genug um einmal wieder über den Zaun zu schauen.

Die Aussicht auf etwas neues ist für jemand, der schon alles kennt, allemal einen Ausflug von achtzig Km wert. Der Probehörtermin in Horb über eine vergleichsweise einfache Anlage verlief nicht voll befriedigend. Er weckte aber doch Interesse an einem Test im heimischen Musikzimmer an der eigenen Anlage. Doch zunächst wurden erst einmal die vorhandenen Elektrostaten gegen neue ersetzt. Neun Monate später war es dann aber doch soweit: Wir platzierten die Intelligente Steuereinheit zwischen Vor- und Endstufe und schlossen die 5000 IS an. Ein sehr rundes und warmes Klangbild betörte uns sofort. Gut aufgelöst, niemals nervig mit sehr präsenten Stimmen und Instumenten. Und deutlich besserem Bass, als man einer Röhre mit Übertragern zutraut. Während der folgenden Probehörtage zogen die 5000 IS auf die lange Raumseite um. Und mit einer abschliessenden Messung passten wir den Bassbereich im Hörraum an. Nun war alles im Lot und die Entscheidung zugunsten der 5000 IS gefallen.

Die Installation in Kürze:
Grundfläche Hörraum: 25 qm; Raumvolumen: ca 55 Kubikmeter
Mittelstark bedämpftes Musikzimmer mit Polstermöbeln und Teppich

Schallwandler:
Ohm Walsh 5000 IS, ca 3,5 m Basisbreite, ca 90 cm Abstand von Rückwand

Musikanlage:
CD-Player: Apple iMac mit Amarra SW, CD und hochauflösende streams als Quellmaterial
D/A-Wandler: Weiss, Italineisch
Vorverstärker: Profi Berlin Gerät
Endverstärker: Conrad Johnson

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Video und Audio perfekt balanciert

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Bei Heimkino denkt man unwillkürlich an grosse wandfüllende Leinwände und eine Batterie Lautsprecher in allen möglichen Raumecken, mit gewaltigen Subwoofern für markerschütternde Basswiedergabe. Es geht auch anders, wie ich in Reutlingen erleben durfte. Spannung und Rhythmus entstehen bei Audio und Video durch die Pausen – also durch die Stille beim Musikhören und die Dunkelheit beim Film. Für ein entspanntes Kinovergnügen ist eine leicht nach unten geneigte Blickrichtung optimal. Wichtig für das grosse Kinoerlebnis zuhause sind also: Ein leicht erhöhter Sitzplatz, eine hochwertige, nicht unbedingt sehr grosse Leinwand und einen flexible Maskierung des Rahmens mit reflektionsarmen Stoffen. Die ausgefeilte Installation arbeitet mit mehreren Schiebevorhängen aus speziellem lichtabsorbierenden Material, die bei Tag ganz einfach hinter Vorhängen verschwinden.

Spannung und Rhythmus entstehen bei Audio und Video durch die Pausen

Für eine adäquate Tonwiedergabe hat der Kinoliebhaber die Nachhallzeit des Wohnzimmers mit Akustikelementen an Decke und Seitenwänden optimiert. Zwei Minimonotore mit Koaxialchassis, und integriertem Innen-Tieftöner einer schwäbischen Lautsprecher-Edelschmiede die Übertragung übertragen die Frontkänäle. Vier Surroundlautsprecher, ein Center Speaker und ein aktiver Subwoofer eines grossen renommierten Lautsprecher-Direktversenders komplettieren das Surroundsystem. Natürlich war das ganze System am Logenplatz des Heimkinos eingemessen worden. Schieferplatten entkoppelten die Minimonitore mit ihren integrierten Standfüssen vom Fussboden.

Trotz dieser Massnahmen wurde der Besitzer mit dem System nicht richtig glücklich: Dem Klangbild fehlte es oft an Räumlichkeit und Stimmen waren zwar recht sauber, aber manchmal auch etwas dünn und nasal. An anderen Sitzplätzen schwanden Räumlichkeit und Sauberkeit merklich. Der Subwoofer spielte trotz Ausreizen aller Einstellungen entweder zu vorlaut und unsauber oder ohne den gewünschten Druck.

Kann man in einer so spezifischen Umgebung mit vernünftigem Aufwand noch etwas verbessern?

Fortsetzung folgt …

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